Noch ’n Gedicht

27. November 2006

Wir kennen das ja …

Filed under: noch eins — Ralf @ 22:39

… manche Begriffe im Alltag sind verwirrend. Kleiderständer zum Beispiel. Man fragt sich unmittelbar, was steht hier wo. Dazu vielleicht einmal in einem späteren Pöm (lies Poem) mehr. Was aber, wenn sich die Dinge, Tiere oder Personen selbst Gedanken um sich machen? Nun … ganz einfach:

Der Nachtfalter

In dunkler Nacht, wo sonst denn auch,
da sitzt er nachts im Brombeerstrauch.
Zur Not tut’s auch ein Fliederstrauch,
Hauptsacht ist, es reimt auf auch.
Und nächtens macht er sich Gedanken
und denkt so nach und kommt ins Wanken.
Warum nur heiss „Nachtfalter“ ich?
Zum Falten ist die Nacht zu schwer.
Und weil ihn das gar grämte sehr,
ward’s Nacht in ihm und er verblich.
So starb der Falter in der Nacht,
im Dunkel, dumm wie Stroh,
doch fragt seitdem kein Falter mehr:
„Warum nur heiss ich so?“

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26. November 2006

Skifahrer vs. Snowboarder

Filed under: noch eins — Ralf @ 22:12

Im Grunde bin ich ja bi. …. also in Bezug auf die Fortbewegung auf gefrorenem Element natürlich. Ob Board oder Ski – beides hat seine Vor- und Nachteile. Aber bisweilen kommen in mir Hassgefühle auf. Insbesondere dann, wenn sich die Snowboarderfraktion obercool und oberlästig an den Liften …. aber lest selbst

Kappe
(Requiem für einen Snowboarder)

Er stösst mich hart, Gefühle wogen.
Ich spüre seinen Ellenbogen
wie er mich in den Rücken trifft.
Kappe drängelt vor dem Lift.
Wir kriegen beide denselben Sitz,
welch Glück – mein Skistock ist schön spitz.
Die Gondel sich zur Seite neigt
als Kappe etwas früh aussteigt.
Ein kurzer Schrei, ein dumpfer Laut –
der weisse Schnee ist rot versaut.

Wer mit dem Fahrrad …

Filed under: noch eins — Ralf @ 12:00

…stundenlang eine schnurgerade Strasse durch die Türkei entlang fährt kann schon verrückt werden. Es ist nun schon ein paar Jährchen her als ich diese Wir-machen-den-Weg-frei-Strasse über die Hochebene Anatoliens geradelt bin. Rund 80 km nur gerade aus. Alle 20-30 km eine Tankstelle, alle paar hundert Meter ein platt gefahrenes Erdhörnchen auf dem Asphalt. Die Sonne brennt unerbittlich aufs Gehirn und man wagt nicht, den Kopf zur Seite zu neigen aus Angst, die aufgelöste Hirnmasse könnte durch die Ohren ausfliessen. Parallel zur Strasse die Hochspannungsleitung … wie hab ich mir seinerzeit gewünscht ein Elektron zu sein. Das ist das Ergebnis:

Das Elektron

Ein Elektron sitzt auf dem Draht,
Vielmehr – es sitzt darinnen.
Doch wagt der Dichter den Spagat,
Will Welt und Kunst verspinnen.
Wie dem auch sei, da sitzt es nun.
Sitzt still und ruhig, hat nix zu tun.
Nur manchmal ist’s, als ob es rief:
Ach wär ich nicht so negativ.
Einmal im Leben andersrum!
Mein Elektron, was bist du dumm.
Kaum dass der Wunsch ist offenbar
Entsteht da Spannung, langsam zwar,
Doch langsam wird die Spannung mehr
Und schiebt und zieht die Ladung sehr.
So saust das Elektron geschwind
Zum Pluspol hin, schnell wie der Wind.
Nur positiv ist’s längst noch nicht.
Egal – Herr Osram dankt – und macht so Licht.

Anfang

Filed under: noch eins — Ralf @ 11:33

So ein Anfang hat es schwer,
vielleicht auch nur nicht leicht.
Er strebt voran, er müht sich sehr,
weiss nicht, wie weit er reicht.
Wo hört der Anfang schliesslich auf?
Wo findet er sein Ende?
Wann nimmt die Story ihren Lauf?
Was kennzeichnet die Wende?

Solch Frage marterte mein Hirn
und tat mir schmerzlich weh.
Bis Weisheit strömt hinter die Stirn:
Das Ende ist das „g“.

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